22.02.2010

Märchenstunde für Verarmte - Kein Meisterplan für Trier –West!


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Ghettoartige Wohnblocks, soziale Verwerfungen durch Hartz IV, Kinderarmut und erhöhte Kriminalität, sowie unerträgliche Verkehrsbelastungen entlang der Hauptverkehrsstrassen mindern die Lebensqualität der Deutschen in Trier-West erheblich. Sprechen manche Zeitgenossen vom „Charme der 60er-Jahre“, lässt sich am heutigen heruntergekommenen Zustand von Trier-West ablesen, dass die bisherigen Stadtherren kein Interesse an einer nachhaltigen Stadtteilentwicklung in Trier-West/Pallien hatten.
Während viel Geld für den Petrisberg ausgegeben wurde, verkümmerte der westliche Stadtteil. Wohl um die Bewahrung des „sozialen Friedens“ vorzugaukeln, erteilte das Rathaus einem Kölner Planungsbüro den Auftrag, mögliche Perspektiven für den vernachlässigten Stadtteil zu entwerfen.
Mit großen Worten wurde daher im Vorfeld für die öffentliche Präsentation des Masterplans geworben. Natürlich ließ es sich die örtliche NPD nicht nehmen, der Einladung am 10.Februar ins Dechant-Engel-Haus zu folgen.
Mit Erstaunen stellten wir fest, daß zwar sehr viele Anwohner, aber niemand von der höheren Verwaltungs- und Repräsentationsebene anwesend war. So fehlten der Oberbürgermeister Klaus Jensen und der Ortsvorsteher Klaus Blum. Aber nicht nur die beiden SPD-Genossen blieben der interessanten Veranstaltung fern, sondern auch die CDU-Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani, die im Vorfeld medial lautstark die öffentliche Diskussion des „Meisterplanes“ forderte.
Selbst vom Kölner Planungsbüro erschien niemand. So leitete irgendein Referent vom Trierer Bauamt die Power-Point-Präsentation mit „Bildern des Schreckens“ aus dem Stadtteil ein.
Trier-West als Schattenseite der attraktiven Innenstadt ziehen die Einwohner weg.Gab es im Jahr 2007 5470 Einwohner im Trierer Westen, so werden es 2020 wohl 4700 sein.
Die Planer sprechen hierbei von Residualisierung, was bedeutet, wer es sich leisten kann zieht weg. Anders gesagt: Trier-West verarmt.
Primär geht es nun den Planern darum Trier-West „ marktkonform zu positionieren“.
Es wäre aber klar, dass hier kein zweiter Petrisberg entstehen könnte.
Folgerichtig fragte in der anschließenden Fragerunde der NPD-Stadtrat, warum zuerst Marktinteressen und nicht die Bedürfnisse der hier lebenden Menschen im Vordergrund stehen. Die ausweichende Antwort war typisch für den Vortragsstil, der auf Details nicht näher einging.
Sekundär forcieren die Stadtplaner eine Flächentwicklung ohne großflächigen Einzelhandel, der im zwischenstädtischen Stadtteil ohne organisch gewachsenen Ortskern überproportional vertreten ist.
Um Pendler und Studenten in den unruhigen Stadtteil zu locken, soll eine Uferpromenade und ein Stadtteilpark entstehen und die Moselhöhen touristisch erschlossen werden. Ohne architektonische Details zu nennen soll die Jägerkaserne und der ehemalige Güterbahnhof in die gestaffelte Entwicklung eingebunden werden, da ein verkehrsberuhigtes und begrüntes Stadtteilzentrum entstehen soll. Schwerpunkt der Planungen sei eine attraktive Wohnbebauung. Auffällig ist, dass Pallien als Bestandteil des Stadtteils und die nahe Fachhochschule kaum in den Planungen berücksichtigt wurden.
Der Referent verriet, dass für die Realisierung des gewagten Projektes eine Investition von 30 Millionen Euro für etwa 15 Jahre nötig sei. Angesichts leerer Kassen nicht so einfach.
Letztlich hat der Masterplan keine rechtliche Bindung, da der Stadtrat zunächst Fördermittel für das Stadtumbaugebiet akquirieren müsste.
Denn der Masterplan hat viele Haken. So befinden sich viele Flächen im Privatbesitz und in der anschließenden Diskussion erklärten Grundstücksbesitzer, dass sie nicht bereit sind, ihren Grund und Boden zu verkaufen. Damit wäre auch schon das zweite große Planungsmanko thematisiert. Denn die propagierte Verlagerung der Bundesstraße B 51 neu wäre nicht möglich, da Bundesstraßen zwölf Meter breit sein müssen und die geplante Verlagerung ohne Grundstückskauf auf neun Meter kommt. Drittens wäre die B 51 neu nur eine „Schnellstraße West“, die die Lärmbelastung durch die Trasse in der Hornstraße verstärken würde. Dies wurde vom Referenten auch bejaht. Die geforderte Lärmschutzwand leistet zudem der Ghettoisierung Vorschub.
Mehrere „Wester“ sprachen sich gegen den Umbau ihres Stadtteils auf Kosten der bisherigen Bevölkerung aus und bezeichneten das Vorhaben als „Traumprojekt“ und die gesamte Veranstaltung eine „Märchenstunde“. Über die rechtlichen Bedenken erfuhren die Leser des Trierischen Volksfreundes zwei Tage später nichts.
Ob das Stadterneuerungskonzept Trier-West für „Aufbruchstimmung im Westen“ (TV) sorgen wird bleibt höchst fraglich.
Verantwortlich: Safet Babic, NPD-Ratsmitglied




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