04.08.2010
Man muß schon ziemlich prominent sein oder etwas Außergewöhnliches vollbracht haben, um vom Mitteldeutschen Rundfunk mit einer Berichterstattung an drei aufeinanderfolgenden Tagen „geadelt“ zu werden
. Lutz Battke ist kein Prominenter im eigentlichen Sinn, niemand, den es in das gleißende Licht der Medienöffentlichkeit zieht. Auch sein bisheriges Eintreten für Volk und Heimat läßt nicht vermuten, daß Battkes Name demnächst in einem Lexikon stehen wird. Der aus dem Süden Sachsen-Anhalts stammende Handwerker ist vielmehr der Inbegriff bürgerlicher Normalität.
Das Auffälligste an seinem Lebensweg ist vielleicht noch sein jahrzehntelanger Einsatz als Jugendtrainer im Lauchaer Sportverein – Jugendarbeit, die er genau so macht wie alles andere auch: gewissenhaft, bodenständig und unbeanstandet! Eigentlich müßte er als kleiner Held der immer wieder beschworenen „Zivilgesellschaft“ gewürdigt werden, als jemand, der durch sein ehrenamtliches Engagement etwas für den sozialen Zusammenhalt in der kalten Ellbogengesellschaft tut. Seine Brötchen verdient Battke als Bezirksschornsteinfegermeister. So weit, so unauffällig!
Trotzdem ist Lutz Battke in den Fokus der Medien geraten und zu einem Politikum in Sachsen-Anhalt geworden. Spitzenpolitiker und Meinungsmacher – und solche, die es einmal werden wollen – beschäftigen sich mit ihm in einer Hysterie-verdächtigen Weise. Große Tageszeitungen widmen ihm umfangreiche Beiträge, und die MDR-Nachrichtenredaktion scheint ohne den braven Landsmann aus Laucha kaum noch über die Runden zu kommen. Der Grund für den Medienhype ist schnell genannt. Neben seiner Arbeit an den Heizungen und Schornsteinen der Unstruttaler und bei den Steppkes auf dem Fußballplatz gönnt sich Battke den Luxus einer eigenen Meinung. Und da er Herz und Verstand noch beisammen hat, engagiert er sich gegen die etablierten Versager-Parteien und für die nationale Opposition. Mitglied der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) ist er nicht; als Parteifreier kandidierte er aber auf der NPD-Liste für Gemeinderat und Kreistag und gewann zwei Mandate.
Was seine Wähler – aber auch viele andere Menschen in seiner Heimat – freute, gefiel den Herrschenden in Magdeburg ganz und gar nicht. Während Abwanderung und Geburtenmangel, Arbeitslosigkeit und Armut das Land dahinsiechen lassen, ist „Antifaschismus“ oberste Staatsräson der schwarz-roten Krisenverwalter. Weil ein Schornsteinfegermeister viel mehr Sozialprestige als ein etablierter Politiker genießt, wurden die Sturmglocken geläutet. Plötzlich wurde seine Berufstätigkeit als gefährlich für den Bestand der heiligen FDGO gewertet und der Versuch unternommen, ihm die Kehrerlaubnis zu entziehen. Das Verwaltungsgericht in Halle schob diesen gesinnungsstaatlichen Anmaßungen zuletzt einen Riegel vor.
Konkret begründet die Landesregierung ihren Feldzug gegen Battke damit, daß er als Schornsteinfegermeister hoheitliche Aufgaben wahrnehme und sich bei Verstößen gegen die Brandstättenverordnung sogar mit Polizeihilfe Zugang zu Wohnungen verschaffen könne. Wohnungen, „in denen vielleicht Menschen mit Migrationshintergrund leben. Da würde ich mich auch bedroht fühlen", so Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU).
Ob der Minister selber an das Szenario glaubt, daß Battke durch die Polizei Türen aufbrechen läßt, um dahinter lebende Ausländer zu ärgern, bleibt im Nebel. Eher dürfte Battke hoffen, in seinem Kehrbezirk möglichst wenige Ausländer betreuen zu müssen. Hoffnungsvoll stimmen die Äußerungen des Links-Bonzen Wulff Gallert, der im Fall Battke weniger das Image des Landes Sachsen-Anhalt bedroht sieht, sondert fürchtet, „daß die gesellschaftliche Ächtung des Rechtsextremismus in breiten Bevölkerungsschichten nicht stattfindet“. Trübsal blasend sagt er: „Es gibt von allen demokratischen Parteien klare Ansagen gegen Rechts, aber es interessiert die Leute nicht". Frei nach Brecht kann man dem Ober-Genossen nur empfehlen, sich doch ein anderes Volk zu suchen und nach Berlin-Neukölln oder Köln-Mühlheim überzusiedeln.
Aber nicht nur die Politik hat sich auf Lutz Battke eingeschossen. Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wurde durch die Hetzkampagne auf den ehrenamtlichen Fußballtrainer aufmerksam und will alles unternehmen, um ihn aus dem Leben des Sportvereins zu entfernen. Dabei fällt auf, daß sich hochbezahlte Sportfunktionäre, die sich kaum bis gar nicht um die Nöte der kleinen Sportvereine kümmern, plötzlich als Inquisitoren aufspielen und in dörflichen Sportvereinen herumschnüffeln. So spricht der Präsident des sachsen-anhaltischen Landessportbundes, Andreas Silbersack, von einer „Null-Toleranz-Politik“ und meint, „daß rechtsextreme Einstellungen in den Sportvereinen nicht akzeptiert werden“ dürften. Daß Battke im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit niemals politisch tätig geworden ist, scheint den Sportfunktionär nicht zu interessieren. Dem Verein die Unterstützung zu kappen, wenn er sich nicht von Battke trennt, betrachtet Silbersack nach eigenen Angaben als probates Mittel und begibt sich damit auf die Ebene einer Erpressung mit Ansage.
Inzwischen sind sich die „Journalisten“ des MDR nicht zu fein, diese Drohkulisse gegen den Lauchaer Sportverein Abend für Abend weiter aufzublasen und stoßen im Regionalmagazin „Sachsen-Anhalt Heute“ kräftig in Silbersacks Horn. Die Folgen einer Weiterbeschäftigung Battkes werden in schauerlichen Farben gemalt und offen gedroht, daß dem Verein die wirtschaftlichen und sportlichen Grundlagen entzogen würden und die Lauchaer Kinder dann keinen Fußballverein mehr hätten. Noch vor wenigen Jahren hätte man für einen solchen Fall von Gossenjournalismus einer ganzen Nachrichtenredaktion die Stühle vor die Tür gestellt. Doch weniger als ein dreiviertel Jahr vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – zu der auch die NPD mit dem Parteilosen Lutz Battke auf ihrer Landesliste antritt – gibt es bei den Blockparteien und ihren Meinungsverkäufern keine Grenzen mehr, wenn es darum geht, die nationale Opposition zu verunglimpfen. Die NPD ist noch gar nicht in den Landtag eingezogen, und doch liegen die Nerven der Volksbetrüger schon blank.
V.i.S.d.P: Michael Grunzel
Landespressesprecher der NPD Sachsen-Anhalt