11.12.2010
Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki bescheinigt seiner Partei einen desolaten Zustand. Im Falle der zu erwartenden Niederlagen der FDP bei den kommenden Landtagswahlen rechnet er damit, dass der Parteivorsitzende Guido Westerwelle seinen Hut nehmen muss. „An der Basis hat die Auflösung schon begonnen“, sagte Kubicki dem Magazin “Der Spiegel”. Die Austritte nähmen massiv zu. Zurzeit sei die Lage der FDP fast aussichtslos. Die FDP ist aufgrund ihrer gebrochenen Wahlversprechen und desolaten Regierungstätigkeit innerhalb des letzten Jahres von 14 Prozent auf 4-5 Prozent abgesackt.
Kubicki befürchtet für seine Partei dasselbe Schicksal, wie es seinerzeit die DDR ereilt hatte. „Die Situation, in der wir uns befinden, erinnert mich fatal an die Spätphase der DDR. Die ist irgendwann implodiert. Auf einmal war sie nicht mehr da“, sagte Kubicki. „Es kann passieren, dass auch die FDP in sich selbst zusammenfällt.“ Verantwortlich für den drohenden Zerfall der FDP ist aus Kubickis Sicht auch die Parteiführung: „Diejenigen, die in Regierungsverantwortung in Berlin sitzen, nehmen den Zustand der Partei kaum wahr.” Als problematisch sieht Kubicki besonders das Verhalten von Parteichef Westerwelle.